Pressestimmen

"komm bitte erst nach 3" - oder die Schreckhaftigkeit der Bilder (2015)

Bilder und ihre Schreckhaftigkeit

Von Anna Haasemann-Dunka 

"Es ist ihre erste Bilderausstellungim Museum im Alten Rathaus,möglicherweiseauchihreletzte.Wiees aussieht, werden Besucher nur bis zumEnde der Ausstellung am 31. Mai Gelegenheithaben, die gestaltende KünstlerinAnna Elsabe Lehmann kennenzulernen,denn diese Ausstellung ist für sie Ankommenund Abschied zugleich.Schließlich bereitet sie sich auf ihrenUmzug nach Bremen vor und sieht im innerenundäußerenAufräumen,wasKunstfür sie darstellt. Und wie Kunst auch einwenig ihre aktuelle Lebenssituation widerspiegelt.Ihre Festanstellung als Bratschistinbeim Philharmonischen OrchesterHeidelberg seit 1992 ließ sie hierWurzeln schlagen. 2006 zeigte sie ihreBilder in einer Ausstellung in Neckargemündim „Bambus Qi Gong Institut“.Zeitgenössische Kunst verlange eineganz andere Auseinandersetzung mitKunst, sagte Kulturreferentin Doris Meyerzu Schwabedissen bei der Vernissage.Es ist stets ein Anliegen, Künstler aus Neckargemündzu bevorzugen oder jene, dieeinen Bezug zur Stadt haben. Die Nachfragenach Ausstellungen ist jedenfallsgroß und so braucht es Auswahlkriterien.Anna ElsabeLehmann wohnt hier undfühlt sich der Stadt am Neckar verbunden.Dafür mag ein Beleg sein, dass dieBildreihe „Komm bitte erst nach 3 – oderdie Schreckhaftigkeit der Bilder“ , dieauch den Titel der Ausstellung stellt, mitNeckargemünder Erde gemalt wurde.Musik und Malerei verbindet die Künstlerinin ihrer Person und sie will den Dialogzwischen den Künsten weiter pflegen,betonte sie bei der Vernissage.Die musikalische Umrahmung bot einenbesonderen Leckerbissen: Lieder vonRobert Schumann, Johannes Brahms,Antonin Dvorak und von Felix Mendelssohn-Bartholdy zauberten eine ganzbesondere, frühlingshafte Atmosphäre,die gut zur Aufbruchstimmung derKünstlerin passt. Ulrike Machill (Sopran),Elena Trobisch (Alt) und ClaudiaPerez (Klavier) vom Heidelberger Theaterinterpretierten die Lieder-Duette gefühlvollund wunderbar harmonierend.Clemens Bellut, Philosoph und Leiterdes Buchladens Artes liberales in Heidelberg,führte in die Ausstellung ein und hattedazu auch die Stunde Zeit genutzt, dieihm gemäß des Titels „Komm bitte erstnach 3“ blieb. Er war um 15 Uhr gekommen– eine Stunde später fand die Eröffnungstatt. Dabei wollte er nicht so sehrkommentieren, sondern improvisieren undbeschäftigte sich vor allem mit demSchreck, den Bilder antun können oder denman selbst den Bildern antut. Beim Rundgangin den beiden Ausstellungsräumenwar ihm beides begegnet. Er hatte Bilderfür sich entdeckt, die ihn in Schrecken versetzen,aber auch Bilder, die sich zurückzogen,die erschrocken wirkten und sichnicht trauten, aus sich herauszukommen.Das Haptische und das Gestische sindElemente der Malerei von Anna ElsabeLehmann. Letzteres begegnet einem insbesonderebei ihren auf Reispapier gesetztenschwarzen Zeichen. Die Handschriftder Künstlerin trägt die Präsentationder Bilder laut Meyer zu Schwabedissenselbst, denn auch das Hängen derBilder hatte die Künstlerin übernommen."

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung (16.03.2015)

Gate N°44 (2014)

Ein Tor, das zum Bleiben einlädt

Von Katharina Hirsch

Weserkurier (22.05.2014)

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Auf meinem Weg (2009)

Lehár-Duo begeistert in der Klinik

Von Sigfried Kouba

"Mit viel Begeisterung wurde das Konzert des Lehár-Duos in der Asklepios-Klinik aufgenommen. Die Zugabe der beiden Musiker Miyuki Saito (Violine) und Robert Majoros (Bratsche) deckte den Namen auf: Die Liebe zu Wien, zur Operette und zu dem ungarisch-östereichischen Tonschöpfer Franz Lehár. Sein »Lippen schweigen« aus der »Lustigen Witwe« war ein herrliches Arrangement der Geigerin, was manchen Gast zum Mitsummen animierte.

Der Abend war zugleich eine Symbiose zwischen Musik und Malerei, denn die agile Musikerin und Malerin AnnaElsabe Marquardt stellt derzeit ihre Werke unter dem Titel »Auf meinem Weg« aus. Die Bilder zeigen unterschiedliche Motive und Techniken. Dunkel gehalten ist der »Wasserfall«, leicht beschwingt das »Mobile«, farbintensiv der »Herbst« oder das pastöse »Seeufer«. Die Palette wäre leicht fortzusetzen und jeder Betrachter kann für sich etwas mitnehmen und deuten, namentlich die Patienten der Klinik.

Das Lehár-Duo ließ sich ein hübsches Programm einfallen: Werke von Robert Fuchs und Mozart. Der aus der Steiermark stammende Fuchs, Lehrer von Mahler, Wolf oder Zemlinsky, gehörte noch zur romantischen Ära, wies aber schon in manchen Wendungen die Nähe zur Moderne auf. Sein Opus 60 sind 12 hübsche, charaktervolle Duette, aus denen die Nummern 1, 3, 5 und 9 erklangen.

Der Einstieg bewies das feinsinnige Zusammenwirken der beiden Musiker. Über gleichmäßigen Achteln der Viola erhob sich der schwelgende Gesang der Geige. Schöne Verzierungen und saftige Doppelgriffe wurden zum Erlebnis. Energisch, zupackend, burlesk und ländlerisch tanzend das zweite Beispiel, gefolgt von einem geschmeidig vorgetragenen Satz mit romantisch-sanften Wellenbewegungen und einem hin gehauchten Smorzando. Mit auftaktigem Schwung rundete ein pfiffiges Scherzo die Folge ab, das mit einem raffinierten Pizzicato-Schluss beendet wurde.

Danach Mozarts berühmtes Duett KV 423 in G-Dur, das ohne romantisches Beiwerk umgesetzt wurde. Der Arpeggio-Beginn ließ aufhorchen. Keck die Violine und ebenfalls zupackend die Bratsche. Mozart wies den beiden Instrumenten gleichberechtigte Aufgaben zu, und Miyuki Saito sowie Robert Mojoros warfen sich gekonnt die thematischen Bälle zu. Sensibel und sensitiv wurde der Mittelsatz interpretiert, der auf der musikalischen Zunge wie Zucker verging.

Ein Geschenk des Papageno war schließlich das Finale, das in flottem Tempo duftige Melodien zauberte. Insgesamt ein prägnantes Konzert, das bestens ankam."

Quelle: Schwarzwälder Bote (13.06.2009)

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Vernissage - "Gate N°44" - Eröffnungsrede

Vernissage - "Gate N°44" - verweht... (Uraufführung)

Eindrücke - "Im Spiegel der Seele" (2008), Kulturhaus Spandau